Zubehör für das Klavier: Was ist wirklich nützlich?

Rund um das Klavier gibt es eine Vielzahl an Zubehör, welches das Üben erleichtern oder verbessern soll. Doch welches Zubehör ist tatsächlich nützlich und auf welche Dinge kannst Du getrost verzichten? In diesem Artikel bewerte ich die Nützlichkeit von 7 Dingen rund um das Klavier und gebe dir Tipps, um das richtige Zubehör auszuwählen und unnötige Käufe zu vermeiden.

Klavierbank

Klavierbank in Schwarz

Eine Klavierbank, auch Klavierhocker oder Klavierstuhl genannt, ist eine Sitzgelegenheit, die speziell auf die Bedürfnisse des Klavierspiels ausgerichtet ist. Sie hat in der Regel weder Rücken- noch Armlehnen und ist in der Höhe verstellbar. Auf diese Weise hat man beim Klavierspiel einen aktiven Sitz, kann die Arme frei bewegen und sitzt in der richtigen Höhe vor den Klaviertasten. Eine Klavierbank ist gerade dann sinnvoll, wenn mehrere Menschen unterschiedlicher Größe dasselbe Instrument nutzen – so kann sich jede Person, die Sitzhöhe individuell einstellen.

Ein gewöhnlicher Stuhl hat häufig nicht die ideale Höhe: Ein zu hoher oder niedriger Sitz kann Fehlhaltungen in Schultern, Handgelenken und Fingern zur Folge haben und zu Verspannungen bzw. anderen Komplikationen führen.

Fazit: Sehr nützliches Zubehör! Wer nicht zufällig einen höhenverstellbaren Stuhl zumindest ohne Armlehnen hat, sollte sich auf jeden Fall eine Klavierbank besorgen.

Metronom

Metronom oder Taktell

Ein Metronom ist ein Gerät, das einen regelmäßigen akustischen oder visuellen Impuls in einem einstellbaren Tempo von sich gibt. Das Tempo wird häufig in bpm („beats per minute“) angegeben.

Für viele Menschen, die bereits Instrumentalunterricht erhalten haben, ist das Metronom ein verhasstes Zubehör. Während die meisten vor allem den Klavierlehrer oder die Klavierlehrerin erinnern, die einem gnadenlos und unnachgiebig das Metronom vor die Nase hielten und zu einem mechanisch-gefühllosen Spiel zwangen, ist das Metronom für sich genommen ein sehr nützliches Utensil. Komponistinnen und Komponisten geben in ihren Stücken häufig Tempoangaben – und es ist in jedem Fall interessant, die Tempoidee des Komponisten zu kennen und unter Umständen in die eigene Interpretation einzubeziehen.

 

Außerdem kann dich das Metronom bei folgenden Dingen unterstützen:

  • Finden eines Idealtempos: Bei manchen Stücken kann die Wahl des Tempos schwierig sein. Wenn wir dann ein gutes Tempo gefunden haben, ist es hilfreich, sich dieses Tempo zu notieren. Eine Metronomangabe ist eine Skala, die objektiv festhält, in welchem Tempo Musik erklingt.
  • Fortschritt aufzeigen: Gerade für schnellere Stücke brauchen wir ein wenig Zeit, um sie im Endtempo spielen zu können. Wenn Du dein Tempo mit dem Metronom nachvollziehst, kannst Du erkennen, welche Fortschritte du in Bezug auf die Geschwindigkeit gemacht hast.
  • Stabiles Tempo einüben: An vielen Stellen in der Musik ist ein Dehnen und Stauchen des Tempos unerlässlicher Teil des Ausdrucks (Agogik). Doch es gibt auch Stücke, in denen Du einen stabilen Rhythmus spielen möchtest (gerade in Rock- oder Popmusik). Unser Gehirn ist leider nicht immer zuverlässig in der Einschätzung von Zeitintervallen: 15 Minuten Massage und 15 Minuten Wartezimmer fühlen sich sehr unterschiedlich an. So ist es auch bei kleineren Zeiteinheiten – bei schwierigen Stellen neigen wir dazu, langsamer zu werden, umgekehrt verhält es sich bei leichteren Stellen. Ein Metronom kann Dir helfen, ein Tempo zu verinnerlichen und später auch ohne das Gerät im Rhythmus zu musizieren.

Mittlerweile ist der Kauf eines analogen Metronoms nicht mehr erforderlich – es gibt seit einigen Jahren zahlreiche Metronom-Apps für das Handy, einige zwar mit Werbung, aber die Funktionalität ist bei den meisten einwandfrei. Auch Keyboards und E-Pianos haben standardmäßig eine Metronom-Funktion.

Fazit: Ein nützliches Zubehör! In elektronischen Geräten immer verbaut, tut es auch eine App auf dem Handy – ein analoges Metronom kostet immerhin ca. 30€ oder mehr.

Tastenschutz / Tastenläufer

Tastenläufer in grau aus Fließ

Ein Tastenschutz ist ein längliches Stück Stoff (meistens aus Fließ), welches zum Schutz vor Staub und sonstigen Partikeln auf die Tasten gelegt wird, wenn das Instrument gerade nicht genutzt wird. Dies bildet neben dem Deckel, welcher häufig aufbleibt, eine zusätzliche Schutzmaßnahme, denn was einmal zwischen die Tasten gefallen ist, ist schwer wieder herauszubekommen.

Gerade bei elektronischen Instrumenten habe ich schon die schmerzliche Erfahrung gemacht, dass über die Jahre Staub unter die Tasten gelangt ist und die Kontakte behindert hat. Die Folge war, dass der Tastenanschlag verrückt gespielt hat – dies musste ich reparieren lassen. Seitdem benutze ich einen Tastenläufer und empfehle dies für elektronische Instrumente.

Fazit: Wer ein E-Piano besitzt und von sich selbst weiß, dass er oder sie nicht immer den Deckel des Instruments schließen wird, empfehle ich dieses kostengünstige Zubehör. (Ein Tastenläufer zwischen 10-20€ ist absolut ausreichend.)

Pultleuchte

Pultleuchte der Marke K&M

Eine Pultleuchte ist eine spezielle Lampe, die aus einer Klemme oder Schraube und beweglichen Lampenarmen besteht. Mithilfe der Klemme lässt sich die Leuchte an einem dünnen Gegenstand (meistens ein Notenständer) befestigen und anschließend mit den beweglichen Armen einstellen. Pultleuchten richten sich dabei vor allem an Instrumentalisten, welche einen Notenständer benötigen. Ein Klavier hat immer ein Notenbrett, auch E-Pianos und Keyboards haben meistens eines zum Aufstecken.

Ein Klavier oder ein größeres E-Piano wird meistens nicht bewegt – man kann die Beleuchtung der Noten daher mit normalen Lampen der Inneneinrichtung oder eine Schreibtischlampe bewerkstelligen. Wer aber ein mobiles Instrument besitzt und beabsichtigt, an unterschiedlichen Orten zu musizieren, dem empfehle ich, eine Pultleuchte zu besorgen, um immer gutes Licht gewährleisten zu können.

Fazit: Für Instrumente, die einen festen Platz haben und durch sonstige Lampen beleuchtet werden können, nicht unbedingt erforderlich. Für mobile Instrumente durchaus nützlich.

Übetagebuch

Übetagebuch

Ein Übetagebuch ist ein Buch, das Dir hilft, deinen Übeprozess zu strukturieren – dabei kann es ganz unterschiedlich aufgebaut sein. Die wenigsten Anfänger auf dem Klavier benutzen ein solches Übetagebuch, da es zunächst wie ein unnötiger Mehraufwand wirkt. Deine Übeeinheiten bekommen durch ein Übetagebuch jedoch ein klares Ziel, Du behältst den Überblick über den bisher erreichten Fortschritt und hast offene Fragen oder abzusichernde Stellen immer präsent.

Ob ein Übetagebuch dir tatsächlich hilft, ist aber auch von deiner Persönlichkeit abhängig – wer strukturiert ist und die Planung im Voraus mag, für den ist es leicht, ein Tagebuch zu pflegen – gehst Du lieber intuitiv vor, und das Tagebuch ist für dich eine Belastung, dann solltest Du es vorerst nicht nutzen. Denn was am Ende entscheidet, ist deine Motivation und die Freude am Klavierspielen – ein Übetagebuch ist nur ein Weg, dir Erfolgserlebnisse zu verschaffen.

Falls Du ein Übetagebuch ausprobieren möchtest, findest Du weiter unten eine Vorlage als PDF-Datei. Im Internet findest Du unendlich viele solcher Vorlagen – wenn Du keine Vorgaben möchtest, kannst Du auch einfach ein leeres Heft nehmen.

Fazit: Durchaus nützlich, aber nicht für jeden!

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Notenständer

Notenständer in Schwarz

Ein Notenständer ist eine externe und höhenverstellbare Vorrichtung, um Noten für das Musizieren optimal positionieren zu können. Für die allermeisten Instrumente ist die Anschaffung eines Notenständers unerlässlich, weil die Instrumente jeweils keine solche Vorrichtung besitzen. Anders ist dies beim Klavier. Sowohl Klaviere als auch E-Pianos und Keyboards haben eine Vorrichtung für das Aufstellen von Noten. Lediglich bei einigen E-Pianos oder Keyboards wurde darauf verzichtet (hierauf evtl. beim Kauf achten!).

Fazit: In der Regel nicht von Nutzen.

Bleistift

Bleistift

Ein kleines Zubehör, das wahrscheinlich nicht extra angeschafft werden muss – dennoch empfehle ich sehr, immer einen Bleistift am Klavier zu deponieren, um Fingersätze oder sonstige Anweisungen im Notentext notieren zu können. Ich habe bereits einen Artikel zum Bleistift am Klavier verfasst, du findest ihn hier.

Henning Wölk

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