Sechs Gründe, Klavier zu lernen!

Electric Piano

Du möchtest seit längerer Zeit ein Instrument lernen und weißt noch nicht, welches Instrument am besten für Dich geeignet ist? Als Pianist bin ich natürlich nicht ganz objektiv, aber wenn Du bereits überlegt hast, Klavierspielen zu lernen, dann möchte ich Dir in diesem kurzen Artikel sechs gute Gründe nennen, warum es sich lohnt, das Klavier zu wählen.

1. Das Klavier ist sehr vielseitig.

Eine der größten Qualitäten des Klaviers ist seine Vielseitigkeit, denn Du kannst auf dem Instrument eigentlich jedes Genre spielen. Von Pop oder Jazz bis zur Filmmusik oder Klassik – fast jede Art von Musik lässt sich auf dem Klavier wunderbar spielen. Wenn Du also ein Lieblingsstück hast, dass Du unbedingt auf lernen möchtest, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass es davon eine schöne Version für Klavier gibt.

Auch wenn Du im Laufe deines Lebens neue Musik entdecken möchtest, ist das Klavier ein wunderbarer Ort dafür. Es spielt nämlich in den unterschiedlichsten musikalischen Genres eine wichtige Rolle, so ist es z.B. in der Jazzmusik essenzieller Bestandteil jeder Jazz-Combo und auch in der lateinamerikanischen Musik ist es Teil der Rhythmus-Section.  Das klassische Repertoire für Klavier ist unerschöpflich – zählt man die Vorläufer des Klaviers (z. B. das Cembalo) dazu, so hat seit ca. 400 Jahren fast jeder klassische Komponist Werke für das Klavier geschrieben. Nicht jedes Instrument hat dieses Glück – so wurde die moderne Klarinette z. B. erst Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt, aus der Barock-Zeit gibt es also keine Kompositionen für das Instrument.

2. Das Klavier ist ein Harmonieinstrument

Das Geheimnis der Vielseitigkeit liegt beim Klavier wohl in der Tatsache, dass es ein Harmonieinstrument ist. Das bedeutet, dass Du zur selben Zeit mehrere Töne gleichzeitig produzieren kannst. Du kannst also nicht nur Melodien spielen, sondern auch Harmonien. Es macht nämlich auch großen Spaß, nicht immer nur Melodien zu spielen, sondern auch unterschiedliche Akkorde und Harmoniefolgen zu entdecken. Wenn Du ein paar Fortschritte erzielt hast, kannst Du schließlich sogar eine ganze Band auf dem Klavier abbilden: Die äußeren Finger der linken Hand übernehmen die Bassfunktion, die äußeren Finger der rechten Hand spielen die Melodie und die die mittleren Finger beider Hände füllen mit Akkorden die Harmonien auf.

3. Das Klavier ist der Schlüssel zur Musiktheorie/Komposition.

Du möchtest gerne eigene Stücke schreiben oder Songs komponieren? Du möchtest gerne verstehen, wie Musik aufgebaut ist, wie Akkorde und Akkordverbindungen gebildet werden? Kein Instrument ist so geeignet für den Zugang zur Musiktheorie wie das Klavier. Unter Punkt 2 wurde es schon erläutert: Das Klavier ist ein Harmonieinstrument. Aus diesem Grund wirst Du fast automatisch im Laufe der Zeit auch die Gesetzmäßigkeiten von Akkorden und Akkordverbindungen lernen – von dort aus ist es dann nur noch ein kleiner Schritt und Du kannst deine ersten Stücke oder Songs komponieren.

4. Du kannst auf dem Klavier schnell Fortschritte erzielen.

Klavier zu lernen ist im Vergleich zu anderen Instrumenten relativ einfach. Zum einen brauchst Du keine speziellen körperlichen Voraussetzungen. Wer zum Beispiel Trompete oder Tuba lernen möchte, braucht eine gut trainierte Rumpfmuskulatur – für das Klavier braucht man lediglich einen aufrechten Sitz und schon steht den ersten Fortschritten auf dem Instrument nichts mehr im Wege. Hinzu kommt, dass die Tonerzeugung auf dem Klavier recht einfach ist: Man drückt eine Taste und der Ton erklingt. Soll der Ton lauter erklingen, drückt man die Taste einfach stärker bzw. schneller herunter – soll er kürzer erklingen, tippt man die Taste nur kurz an. Jeder Tonhöhe ist dabei genau eine Taste zugeordnet – auf anderen Instrumenten wie den Streichinstrumenten ist dies anders: Es gibt keinen genauen Anhaltspunkt, wo auf einer Saite welche Note liegt. Setzt man den Finger nur einen Millimeter versetzt auf, erklingt ein anderer oder verstimmter Ton. Auf dem Klavier dagegen haben wir solche Schwierigkeiten nicht – man muss nur die Taste treffen und schon erklingt der gewünschte Ton.

Da auf dem Klavier jede Taste gleichermaßen zugänglich ist, steht Dir vom ersten Moment an der gesamte Tonumfang des Instruments zur Verfügung – bei anderen Instrumenten bist Du gezwungen mit einem Teil des möglichen Tonumfangs zu beginnen und Du wirst diesen erst im Laufe der Zeit erweitern. Die Ergebnisse auf dem Klavier klingen ziemlich schnell sehr schön, weil sowohl die Tonhöhe als auch die Klangfarbe stark fixiert sind. Mit dem Fortepedal kannst Du außerdem beliebig viele Töne zusammen erklingen lassen, was schnell zu einer großen Klangfülle führt.

5. Du bist unabhängig von anderen Instrumenten.

Also Harmonieinstrumenten hast Du gegenüber anderen Instrumenten eine große Unabhängigkeit: Du kannst Dich auf dem Instrument gewissermaßen selbst begleiten. Melodieinstrumente wie Holz- oder Blechblasinstrumente können nur einen Ton zur Zeit spielen und sind deshalb auf andere Instrumente angewiesen, wenn Sie Musik mit gleichzeitig erklingenden Tönen spielen wollen. Das Zusammenspiel mit anderen Instrumentalist*innen macht unglaublich viel Spaß, gleichzeitig entsteht aber auch eine Abhängigkeit: Was ist, wenn ich gerade einen Choral spielen möchte, aber andere Instrumentalist*innen gerade keine Zeit haben?

Auf dem Klavier kannst Du sowohl allein als auch in Ensembles musizieren. Wenn Du allein bist, musst Du nicht auf Harmonien verzichten, schließlich hast Du 10 Finger und kannst daher mehrere Töne gleichzeitig spielen. Als wichtiges Instrument der Kammermusik stehen Dir gleichzeitig viele Möglichkeiten offen, mit anderen Menschen zu musizieren. Ob als Begleitinstrument für Gesang, in einem klassischen Klaviertrio oder als Teil einer Jazz-Combo – das Klavier wird in unzähligen Konstellationen genutzt.

6. Du kannst ein Instrument spielen, das deine Nachbarn nicht stört.

Dieser Grund betrifft vor allem Menschen, die in einer Wohnung wohnen und daher nicht unbegrenzt Üben können, ohne die Nachbarn zu verärgern. Ich spreche aus eigener Erfahrung: Gerade wenn man intelligent übt, also einzelne Stellen langsam und mit ausreichend Wiederholungen einstudiert, ist das für einen selbst zwar sehr wertvoll, die Menschen in deiner Umgebung haben allerdings nicht sehr viel davon. Wenn Du wiederum ein Stück schon sehr gut beherrschst und mal ‚in die Tasten greifst‘, kann die schiere Lautstärke eines Klaviers in einem Wohnblock schnell für Verstimmungen in der Nachbarschaft sorgen.

Eine kostengünstige und leisere Alternative als ein akustisches Klavier ist daher ein E-Piano. Mittlerweile ist die Technik so weit, dass das Spiel auf einem E-Piano dem Spielerlebnis auf einem ‚echten‘ Klavier sehr nahekommt. Das E-Piano hat meines Erachtens sogar einige Vorteile gegenüber dem akustischen Klavier:

  • E-Pianos können die Lautstärke regeln oder mit Kopfhörern gespielt werden:

Jedes E-Piano verfügt über einen Lautstärkeregler, mit dem man den Pegel auf Zimmerlautstärke senken kann. Außerdem haben E-Pianos Anschlüsse für Kopfhörer. Auf diese Weise kann man die Nachbarn schonen und zu fast jeder Tageszeit Klavier üben. (Vorsicht: Die Tastenanschläge können sich über den Boden auch dann sehr stark übertragen, wenn man leise oder mit Kopfhörern übt.)

  • E-Pianos sind sehr viel günstiger als akustische Klaviere:

Ein ausreichend gutes E-Piano bekommt man je nach Funktionalität und Anspruch an die Technik ab 800 – 1300€. Ein akustisches Klavier kostet dagegen gerne mal einige tausend Euro.

  • E-Pianos brauchen keine Instandhaltung:

Natürlich kann die Elektronik in einem E-Piano über viele Jahre der Benutzung verschleißen. Ein akustisches Klavier hingegen muss regelmäßig gestimmt werden (ca. 1-2 jährlich). Bei Kosten von ca. 100€ pro Stimmung häuft sich so über die Jahre eine beträchtliche Summe an. Darüber hinaus sind Klaviere durchaus empfindlich was Raumtemperatur und Feuchtigkeit angeht. Nach einigen Jahren kann außerdem eine Intonation oder eine Generalüberholung des Klaviers erforderlich werden – auch hier entstehen beträchtliche Kosten.

Wenn Du also überlegst, Dir ein E-Piano zu kaufen, schaue Dir meinen Artikel „10 wichtige Dinge für den Kauf eines E-Pianos“ an.

Fazit

Das Klavier ist ein sehr vielseitiges Instrument. Du kannst auf ihm jedes Genre spielen und Du bist dabei jederzeit flexibel, ob Du allein oder mit anderen Menschen gemeinsam musizieren möchtest. Auf dem Klavier kannst Du schnell große Fortschritte erzielen, die Ergebnisse auf dem Instrument klingen schnell sehr schön und voll. Auch wenn finanzielle Überlegungen eine Rolle spielen, ist das Klavier durchaus geeignet: Mit einem E-Piano hast Du ein Instrument zur Verfügung, das erschwinglich ist, keine besondere Pflege braucht und besonders in einer Wohnung geeignet ist.

Du siehst also: Es gibt kaum einen Grund, nicht mit dem Klavierspiel zu beginnen. Vereinbare mit einer Lehrkraft in deiner Umgebung eine Probestunde oder lasse Dir von Freunden ein paar Akkorde zeigen. So kannst Du dich schnell selbst davon überzeugen, was für ein grandioses Instrument das Klavier ist. Viel Freude dabei!

Falls Du unsicher bist, ob Du mit einer App, im klassischen Klavierunterricht oder im Selbststudium lernen möchtest, schaue Dir meinen Aritkel zu diesem Thema an – Du findest in hier.

Henning Wölk

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