Du hast vor Kurzem mit dem Klavierspiel begonnen und bist auf der Suche nach schönen Klavierstücken, die du auch als Anfänger spielen kannst? Hier habe ich Dir 10 leichte, aber wunderschöne Klavierstücke klassischer Komponisten zusammengestellt, die du im ersten Jahr auf dem Klavier lernen kannst.
Die Stücke sind nach Schwierigkeitsgrad sortiert. Die Zeitangabe „für das erste Jahr“ ist ein grober Richtwert. Falls Du bereits im zweiten oder dritten Jahr Klavier spielst und Dir eines dieser Stücke zu schwer ist, dann fühle Dich auf keinen Fall entmutigt – jeder Mensch lernt in einem ganz individuellen Tempo und in einer eigenen Reihenfolge. Dinge, die Dir bereits sehr leichtfallen, sind evtl. für andere noch sehr schwer – und andersherum. Falls also ein Stück für Dich noch zu schwer sein sollte, dann kehre einfach in einigen Wochen oder Monaten wieder zurück auf diese Seite.
10 leichte Klavierstücke für das erste Jahr
1. Johann Krieger – Menuett in a-Moll
Kriegers Menuett ist ein schönes, zweistimmiges Klavierstück aus dem Barock. Die Harmonik ist ausdrucksstark und vielseitig, beide Hände sind in diesem Stück gleichermaßen gefordert.
2. Mozart – Menuett in G-Dur
Das wahrscheinlich berühmteste Frühwerk von Wolfgang Amadeus Mozart, welches das Wunderkind im Alter von fünf Jahren komponierte. Auch dieses Menuett ist wie das von Johann Krieger zweistimmig komponiert, auch hier sind beide Hände gefordert. Die Melodik ist hier schon etwas komplizierter, mit größeren Sprüngen, verschiedensten Notenwerten und ersten Verzierungen. Für eine größere Herausforderung empfehle ich auch das Trio mit einzuüben. Hier sind einige Passagen dreistimmig.
3. Robert Schumann – Stückchen
Ein einfaches, aber wunderbares Klavierstück der Romantik. Während die rechte Hand vor allem eine ausdrucksstarke Melodielinie hat, spielt die linke Hand eine anspruchsvolle Begleitstruktur, welche zu jedem Zeitpunkt leicht und schwebend klingen sollte.
4. Johann Sebastian Bach – Präludium in c-Moll BWV 999
Dieses Stück besticht durch seine großartige, fast groovige Rhythmik und die unglaublich facettenreiche Harmonik. Das Stück hat wie kein zweites auf dieser Liste einen unaufhaltsamen Sog nach vorne. Wer sich durch das vorzeichenreiche Stück kämpft, wird am Ende durch ein sehr atmosphärisches Stück des Barocks belohnt.
5. Peter Tschaikowsky – Die kranke Puppe
In diesem melancholischen Stück des russischen Romantikers ist der Klaviersatz schon deutlich dicker, d. h. es erklingen mehr Noten zur selben Zeit. Auch wenn der Titel an den Ursprung im „Album für die Jugend“ erinnert, hat das Stück die typische Schwere und Tiefe Tschaikowskys und ist damit ein wunderbarer Einstieg in sein Schaffen.
6. Robert Schumann – Erster Verlust
Ähnlich wie Tschaikowskys „Kranke Puppe“ ein zutiefst melancholisches Klavierstück der Romantik. Eine Besonderheit ist hier die Beteiligung beider Hände an der Melodik. Die größten Herausforderungen bestehen hier in einer schönen und ausdrucksstarken Phrasierung der Melodien sowie in der Balance der beiden Hände zueinander.
7. Robert Schumann – Wilder Reiter
Der wilder Reite aus Schumanns „Album für die Jugend“ ist ein schnelles Stück mit galoppierendem Rhythmus. Beide Hände bekommen in diesem Stück die Melodie, während die jeweils andere Hand mit kräftigen Akkordschlägen begleitet. Das Stück macht unglaublich viel Spaß zu spielen und es packt einen irgendwann der sportliche Ehrgeiz, das Stück immer und immer schneller spielen zu wollen.
8. Ludwig van Beethoven – Ecossaise in Es-Dur WoO 86
Wer sich in seinem ersten Jahr an Beethoven heranwagen möchte, dem empfehle ich seine Ecossaisen – die Ecossaise in Es-Dur schreitet langsam voran und hält gleichzeitig eine eingängige und bewegliche Melodie für die rechte Hand bereit. Sicherlich wünschen sich viele Klavieranfänger, gleich mit „Für Elise“ zu beginnen, doch erfahrungsgemäß ist dieses Stück erst ab dem 2. oder 3. Jahr gut bewältigbar.
9. Frédéric Chopin – Prelude in e-Moll
Er ist der wahrscheinlich einflussreichste Klavierkomponist der Romantik: Frédéric Chopin. Glücklicherweise ist eines seiner schönsten Stücke gar nicht so schwer zu spielen – das Prélude in e-Moll. Während die Melodie der rechten Hand melancholisch auf der Stelle tritt, spielt die linke Hand chromatische Akkorde mit einer unaufhörlichen Abwärtstendenz. Gegen Ende kommt es zu einer großen Klimax mit vierstimmigen Akkorden in der linken Hand und großen Intervallsprüngen in der rechten Hand. Ein absolutes Muss für jeden Chopin-Fan!
10. Johann Sebastian Bach – Präludium in C-Dur
Auch eines der berühmtesten Klavierstücke von Johann Sebastian Bach lässt sich sehr gut einüben. Das Stück führt nämlich sehr konsequent ein einziges rhythmisches Motiv durch – wenn dieses einmal beherrscht wird, müssen nur noch die Noten von Takt zu Takt verändert werden. Das dieses Stück eines der schönsten Klavierwerke überhaupt ist, muss angesichts des Bekanntheitsgrades nicht extra betont werden.



